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Natürlich beschäftigt jetzt uns alle ein aktuelles
Thema - aktive Vorbereitung zum Krieg, politisches Lager.
Was könnte jetzt, Ihrer Meinung nach, die Situation
in der Welt verändern?
Vor allem ist es nötig, die Ursachen
der Kriege anzusehen. Der Krieg auf der Erde zwischen
den Menschen dauert doch schon lange, gleichsam Jahrtausende.
Wir wissen, wie Ägypten kämpfte, wie römische
Legionäre kämpften, wie Kreuzritter kämpften.
Wir wissen, dass es Bürgerkriege gab, wir wissen,
das es Recken gab. Das ist ja eine interessante Frage,
dass die Menschheit kämpft und kämpft, kämpft
und kämpft ununterbrochen. Und wenn man aufmerksam
hinschaut, so sind alle Kriege inspiriert. Im allgemeinen
sind sie durch irgendwelche Klügeleien inspiriert.
Es gibt bestimmte Kräfte, für sie sind die
Kriege sehr günstig. Und nicht in den Heerführer,
die die Welt zu erobern versuchen, bestehen diese Kräfte,
sondern in den Ideologien. Es hat sich auf der Erde
so gestaltet, dass sich solche Ideologien in der letzten
Jahrtausend entwickelt haben, die, im ganzen genommen,
Leute zum Krieg antreiben. Ich habe nun dieses Beispiel
schon im Buch angeführt. Da existieren zwei Ideologien,
in einer wird gesagt: Gib alles ab, in der anderen -
nimm alles. Die Menschen werden erzogen in diesen Ideologien,
und natürlich werden sie miteinander Krieg führen.
Was die heutige Welt betrifft, nun sagen wir diese Spannung
da zwischen der moslemischen und christlichen Welt,
sie ist eindeutig und offensichtlich. Die Diplomaten
versuchen Gespräche zu führen, doch vergeblich.
Ich wiederhole, in den Jahrhunderten, Jahrtausenden
konnten die Diplomaten nichts erreichen. Die Kriege
dauern fort. Da müssen vor allem die Ideologen
Gespräche führen, und sie führen diese
Gespräche nicht, sondern machen alles verkehrt.
Das heißt, wenn man Ideologie
ändern würde, gäbe es keine Kriege?
Ja, natürlich, nur das.
Und kann man das, was in den Büchern
geschrieben steht, Anastasias Ideologie nennen?
Ich würde es nicht einfach Anastasias
Ideologie nennen, sie hat einfach eine andere Ideologie
vertont, eine andere Ideologie, die einfach zum Frieden
führt. Und in der Praktik ist es bewiesen worden.
Wenn die Rede von Familienlandsitzen ist, so reagieren
Leute gleich positiv sowohl in Deutschland, als auch
in Italien, und in Poland, und in Bulgarien, und in
Kanada. Und beginnen einander zu schreiben, beginnen
miteinander Freundschaft zu schließen, übrigens,
auch im Israel, und in der arabischen Welt. In manchen
Regionen jedoch verbreitet sich das Buch mehr, in manchen
weniger, doch Leute reagieren gleich. Das heißt,
nehmen wir Prozent der Menschen, die das Buch gelesen
haben, das kann da Menschen fest zusammenschließen.
Ja, das ist eine andere Ideologie.
Sie meinen also,
dass die Ideologie, die in den Büchern dargelegt
ist, heute zu den akzeptabelsten für die Menschheit
zählt?
Die Praktik hat gezeigt, ja! Das wird
gleich angenommen von Menschen verschiedener Nationalitäten,
verschiedener Glaubensbekenntnisse, verschiedener Mentalitäten,
verschiedener Staaten.
Sie haben gesagt,
dass Deutsche und Russen irgendwann ein Volk waren.
Wann und warum fand aber die Trennung statt?
Die Trennung begann vor 3-4 tausend
Jahren, und sie geschah auf Basis der Machtverteilung.
Das ist eine einfache Frage. Und warum ist die Sowjetunion
zerfallen? Weil eine bestimmte Kategorie von Führern
auf einmal volle Macht wollte. Eine Sache ist, wenn
Weißrussland ein Teil des Staates, und ganz andere,
wenn es ein selbständiger Staat ist, ebenfalls
die Ukraine, das Kasachstan usw. Folglich gibt es überall
einen eigenen Präsident. Der Präsident hat
eigenes Flugzeug, gibt eigene Ukase heraus. Das heißt,
er ist nun ein Fürst in seinem Dorf. Braucht das
tatsächlich das Volk? Ich bin ja in der Ukraine
geboren, meine Nationalität ist Weißrusse,
und meine Verwandte leben in der Ukraine. Hatten sie
es nötig, dass es zwischen uns eine Grenze gab?
Natürlich nicht! Aber, nichtsdestoweniger, sie
existiert. Genauso geschah die Trennung in bestimmten
Zeitperioden zwischen den Völkern. Wir sind doch
sogar äußerlich gleich - die Deutschen, die
Russen, die Weißrussen. Nimm sie alle, zum Beispiel,
stelle sie hin, vermische, kleide sie gleich an und
nur wenige werden unterscheiden können, wer ist
wer, wenn nicht jeder seine eigene Sprache sprechen
würde. Und dafür, dass sie gleich sind, spricht
noch, dass sie schlichtweg ähnliche Kulturen haben.
Und was die Periode vor zweitausend Jahren betrifft,
sagen alle, dass Russlands Vereinigung stattfand, da
hat ein Fürst mehrere Ländern vereinigt, ein
anderer. Nichts dergleichen. Das Aufkommen der Fürsten
ist ja Russlands Trennung. So wie auch jetzt, wie die
Trennung von Sowjetunion geschah, weil jemand so etwa
wie Fürst sein wollte, genauso entstanden Fürstentümer,
die es früher nicht gab. Ein Fürst tat sich
hervor, sonderte sich mit den Grenzen von anderen ab,
und dann kämpften sie miteinander. Jeder Eroberer
meint, dass er Wohl bringe. Und natürlich wird
der Gewinner seine Taten schicklich traktieren. Er wird
nicht sagen, ich wollte viel Macht, viel Geld, wollte
viele Leute unterwerfen und viel Land unterordnen. Er
wird sagen, dass er Wohl bringe, dass er den Staat vereinigt
habe. Da habe ich zwei Beispiele angeführt, daraus
sieht man, wie die Trennung von Menschen in Staaten
und Nationalitäten geschehen worden ist.
Einige Menschen,
besonders jene, die mit einer Religion verbunden sind,
meinen, dass Ihre Bücher von Kirche und Gott wegführen.
Was sagen Sie nun davon?
Ich denke, es ist umgekehrt. Sie bringen
die Menschen näher zu Gott. Das, was Anastasia
sagt und tut, zieht im Gegenteil die Menschen an Gott.
Und was "von der Kirche" betrifft, von welcher
Kirche nun konkret? In der Kirche halten doch die Menschen
- Geistlichen - einen Gottesdienst, und sie sind ach
wie unterschiedlich. Ich wurde erzogen von meinem geistigen
Vater - einem Mönch des Sergius Dreifältigkeitskloster,
Vater Feodorit. Ich erinnere mich immer mit Dankbarkeit
an Umgang mit ihm. Es gibt aber andere Geistlichen,
mit denen ein Umgang unangenehm für mich ist, deswegen
sollte man nicht verwechseln, genauer gesagt, Gott mit
Kirche gleichsetzen. Auf der Erde gibt es eine große
Menge von Religionen und jede Religion hat eine gewisse
eigene Richtung, doch Gott ist ein, deswegen soll die
Geschichte entscheiden, wer von ihnen Recht hat. Es
gibt einen weisen Ausdruck: "An ihren Früchten
sollt ihr sie erkennen." Bisweilen gab es auf Grund
von Religionen, wie wir aus der Geschichte wissen, sehr
viele Kriege. Ob das nun Gott wollte, dass es Kriege
gab? Ob Gott wollte, dass die Kreuzfahrer in die Hände
Schwerter nahmen und ganze Siedlungen aushackten, ins
Feuer Kinder-Andersgläubige warfen, wie sie meinten,
dass sie einen richtigen Glauben hätten, und manche
nicht. Nehmen wir Menschen, die mit Anastasias Aussagen
bekannt sind, und betrachten ihre Taten, was sie wünschen,
was diese Menschen möchten. Sie möchten das
Land veredeln, doch sie möchten es nicht einfach
mit Worten. Viele sagen ja, dass es nötig sei,
dass auf der Erde alles gut sein sollte. Und diese Menschen
nehmen ein Hektar Land, setzen Bäume darauf, versuchen,
ihr kleines Vaterland zu schaffen. Und sie haben gar
kein Wunsch, selbst in Gedanken sich in einen Schlamassel
hereinzuplatzen oder ein Wortgefecht anzufangen oder
ein Krieg auf dem physischen Plan zu führen. Dies
sind konkrete Taten.
Diese Leute haben
ihr Hektar erhalten und sie brauchen etwa nichts mehr?
Ja, indem sie ihr Hektar bekommen,
richten sie ihren Gedanken darauf, wie man in der Tat
sein eigenes Land veredelt, und eine Menge von Religionen
versuchen das Volk auf ein Kampf mit irgendjemand, mit
Andersgläubigen, zu erheben. Da sind ihre Taten
und hier Anastasias Taten. Jetzt lasst uns anschauen,
welche Taten nun Gott näher sind, jene, die sich
bemühen mit Feuer und Schwert ihre Ideologie einzuführen
oder die Taten, wenn ein Mensch das Land veredelt. Auch
einem Kind ist es klar, dass es die Taten sind, wo ein
Mensch das Land veredelt. Deshalb würde ich nicht
Anastasia mit solchen Taten vergleichen, natürlich
ist sie näher zu Gott, als jemand, sei er auch
einer von allerhochgestellten Geistlichen.
In Deutschland haben die Menschen
etwa in reiferen Jahren die Bücher über Anastasia
angenommen. Die Jugend bleibt abseits, in den Discos,
bei den Fernsehgeräten mit amerikanischen Thrillern,
mit ihren Computern, Horrorfilmen usw., liest praktisch
keine Bücher. Wie Ihrer Ansicht nach könnte
man ihnen die Ideen Ihrer Büchern näher bringen
und was kann die Situation verändern?
Sie haben richtig gesagt, dass es eine
bestimmte Kategorie von Menschen gibt, und nicht nur
unter der Jugend, die einfach keine Bücher liest.
Sie lesen überhaupt nichts. Ich denke, alles zu
seiner Zeit. Es ist nicht nötig und sogar schädlich,
dass alle jene oder andere Bücher lesen, darunter
auch "Anastasia" und auch so tun würden.
Das wäre schlecht, das wäre ein negativer
Faktor, wer würde dann auf die Welt aufpassen und
sie in einem nötigen Zustand aufrechterhalten.
Aber jene Kategorie von Menschen, die es gelesen, verstanden
und zu wirken begonnen hat, wird mit eigenen Taten es
anderen zeigen und andere leiten.
Die Voraussetzungen
für die Gründung der Familienlandsitze sind
schon in Russland geschaffen, wenigstens kann man ein
Hektar für 50 Jahre in Pacht nehmen, mancher kann
auch kaufen, weil das Land nicht so teuer ist, das alles
also schafft man schon in Russland, man hat schon viel
Erfahrung gesammelt. Was, Ihrer Meinung nach, könnte
man in Deutschland unternehmen, um Aastasias Idee näher
zu bringen, die Idee vom Schaffen eines Familien Stammsitzes?
Kaufen kann das nur ein sehr reicher vermögender
Mensch.
Nun, jetzt ist es so, weil solche Gesetze
jetzt existieren, die in Deutschland für etwas
ganz anderes geschrieben wurden, aber die Zeit läuft
und es werden andere Gesetze erscheinen, die Leser haben
doch das Stimmrecht und sie werden an Wahlen teilnehmen
und ein bestimmtes Programm wählen. Das ist erstens,
was die Behörden in Deutschland voranbringen könnten.
Zweitens, das ist eine Bewusstseinsänderung jener
Menschen, die schon Land haben. Ein Landwirt zum Beispiel
hat 100 Hektar Land, in einiger Zeit wird er herrlich
verstehen, dass die Erzeugnisse von seinem Land - Gemüse,
Obst - die er mit Hilfe von Maschinen, Dünger bekommt,
die werden nicht in solchem Maße aufgefordert,
wie man sie jetzt verlangt. Die Menschen wünschen
sich immer mehr reine natürliche Nahrungsmittel,
einige von den Landwirten werden das begreifen und ein
Teil des Landes an andere Leute abgeben oder verkaufen.
Da, bitte, ein Mensch wird leben umgeben von wunderschönen
Nachbarn, sie werden ihm dankbar sein und ihre Nachkommen
werden an ihn in Ewigkeit denken: Jener hat ein Teil
seines Landes abgegeben oder verkauft und es ist eine
wunderschöne Oase auf Erden gebildet worden. Und
drittens, die Grenzen sind doch eine erdachte Sache,
ein Teil der Menschen wird das Land in Russland erhalten,
dort kommt jetzt auf jeden, Baby eingeschlossen, 3 Hektar
Land. Viel Land ist verlassen, versaut, ungepflegt,
Erosion ausgesetzt, weil es dort keine Leute gibt. Es
gibt riesige Territorien - kasachische Steppen, wo man
Oasen machen kann, es gibt riesige unerschlossene Territorien
Sibiriens. Ja was gibt's da zu sagen - Kasachstan, Sibirien,
Steppen, 30 % des Landes in der Region Rostow ist unerschlossen
- nur ein halber Tag fahren bis zum Schwarzen Meer,
wo das schönste Klima, da wachsen wunderbare Weintrauben,
und noch 20 % des Landes stirbt eben dort an Erosion
des Bodens. Wenn man also diese Fragen lösen möchte
- kann man sie lösen. In Deutschland gibt es natürlich
weniger Land pro Kopf, als wo auch immer, aber nicht
alle möchten doch Land nehmen und so leben, wie
Anastasia sagt. Und für die Anzahl der Menschen,
die so leben möchten, findet sich auch in Deutschland
das Land.
Die Fortsetzung
eben dieser Frage: Anastasia spricht vom Familienlandsitz,
die Menschen versuchen Ekosiedlungen zu schaffen, da
beginnen Leute an ein besseres Grundstück für
sich zu denken, Beleidigungen, Streitigkeiten und dergleichen
kommen auf. Die Theorie geht mit der Praktik auseinander,
die Landschaft unterscheidet sich, es gibt unterschiedliche
Böden usw. Wurde vielleicht die Idee nicht richtig
verstanden oder liegt die Sache an uns?
Nein, die Idee ist sehr präzise,
wunderschön, und all diese Fragen werden leicht
lösbar sein. Mehrmals wurde mir die Frage gestellt:
Und was, wenn sich alle dort Land wünschen, wo
die Schwarzerde, mildes warmes Klima ist, wo alles wächst
usw. und keiner wird Land nehmen in den Orten, wo das
Klima rauer und ein schlechterer Boden ist. Die Praktik
zeigt - nichts dergleichen, jener, der in Sibirien geboren
wurde und dort lebt, der möchte auch das Land in
Sibirien nehmen. So geschieht es irgendwie, man hat
nicht vor, in den Süden zu fahren und dort das
Land zu nehmen. Jemand, der im Nationalkreis Chanty-Mansi
lebt, der wünscht sich dort einen Grundstück.
Und was die ekologische Siedlung betrifft - nehmen wir
an, das Projekt ist geschaffen, die Grundstücke
sind verteilt, einem wurde der Grundstück auf dem
Ufer eines Flusses oder eines Baches zuteil - das ist
gut, dem anderen irgendwo weiter. Die Menschen haben
begonnen auf ihren Grundstücken zu schaffen und
nach 2-3 Jahren möchten sie schon nicht mehr miteinander
tauschen, weil bei dem Menschen eine gewisse Verbindung
zu diesem Grundstück, eine gewisse Verbindung zur
Erde, eine gewisse Liebe entsteht. Sie verhalten sich
gegenüber mit Liebe. Mit anderen Worten, wenn bei
Ihnen ein Kind geboren wurde und plötzlich, Gott
bewahre, hinkt es leicht, ich würde das freilich
niemandem wünschen, und beim Nachbarn ein Kind
geboren wurde, das nicht hinkt. Nun sind die Kinder,
sagen wir mal, 1-2 Jahre alt, und was, möchten
die Mütter Kinder tauschen? Nein, natürlich
nicht. Das eigene Kind wird stets das beste, das attraktivste,
das schönste, das klügste und das liebste
sein. Genau dasselbe geschieht auch mit dem Land.
Da sagen Sie, dass
ein Mensch, der in Sibirien geboren wurde, nirgendwohin
fahren würde, weil es ihm dort gewohnt ist. Aber
die Deutschen-Übersiedler und andere Emigranten,
davon sind jetzt in Deutschland um die 3 Millionen,
kamen aus Kasachstan, Kirgisien, Turkmenistan, Russland
und anderen Plätzen, wenn sie zurückkehren
möchten? Bisweilen aber kann man nirgendwohin zurückkehren.
Viele Orte, aus den man ausgereist ist, existieren überhaupt
nicht mehr, manchmal sogar geographisch. Die Menschen
überlegen, wohin sie zurückkehren sollen.
In diesem Zusammenhang entsteht die Frage: Wo ist es
besser? Wird sich das Klima ändern?
Selbstverständlich wird sich das
Klima verändern. Ein klares Beispiel, und das habe
ich schon mehrmals angeführt, ist das Zypern. Auf
dem Zypern gibt es ein sehr großes Problem mit
dem Süßwasser. Sie bauen dort Gruben, wo
das Wasser sich sammelt, dann verlegen sie Rohrleitungen...
Ein großes Problem gibt es auf dem Zypern mit
dem fruchtbaren Boden. Der Boden ist felsig. Mit einem
Erdbohrer machen sie Löcher, bringen mit dem Lastkahn
Mutterboden, schütten in diese Löcher und
pflanzen dann Bäume. Das Klima auf dem Zypern ist
wunderbar, aber es gibt eben solche Probleme. Ob es
dort immer solche Probleme gab? Nein, natürlich
nicht immer. Vor etwa zweitausend Jahren war Zypern
ein großartiger paradiesischer Raum, dort wuchsen
viele-viele Zedern, der Boden war großartig, fruchtbar,
die Römer begannen jedoch die Zedern abzuholzen
und daraus ihre Schiffe zu bauen. Und ein großes
Teil der Zedern haben sie abgeholzt. Die Insel an und
für sich ist nicht groß, ja genauer ist sie
klein. Als man die Wälder abgeholzt hat, ist nun
der Boden karg geworden, es fehlte dann an Wasser. Warum
hat so etwas stattgefunden? Weil um die Insel herum
gibt es Windwirbel, die Zedern hielten diesen Wind auf,
und damit auch ein Wölkchen, das Niederschläge
brachte. Es gab genügend Niederschläge, es
gab sehr viele Bäche, die jetzt ausgetrocknet sind.
In Küstengewässer gab es sehr viele Fische,
die jetzt verschwunden sind. Die Fische sind verschwunden,
als man den Wald abgeholzt hat. Da, schauen Sie nun,
Fisch und Wald, und wie sie in einer wechselseitigen
Beziehung stehen. Warum? Ja weil an der Küsten
gab es durch fließende ins Meer von der Insel
Bäche mehr Süßwasser. Durch den Wasserkreislauf
gab es genug Süßwasserniederschläge,
und das unterstützte die Balance der Küstengewässer.
Der Wald war nicht mehr da, die Wassersalz-Balance -
gestört, der Fisch war weg. Jetzt gibt es ja auf
dem Zypern keinen normalen Fisch, die Küstengewässer
sind sehr salzig geworden. Und natürlich ist es
ein größerer Wald nötig. Und wenn man
jeden Landsitz mit 25 % Wald besetzt? Rechnen sie mal,
zum Beispiel, ein Million Hektar und ein Viertel ist
mit Wald besetzt. Natürlich wird sich das Klima
ändern bei dieser Bedingung, natürlich wird
sich der Boden verbessern, natürlich wird es mehr
Niederschläge geben, mehr Käferchen, mehr
Spinnen, Vögelchen, die Natur wird mehr arbeiten.
In den Büchern
und auf den Konferenzen sprechen Sie viel von dem Nutzen
des Zedernöls. Benutzen Sie selbst das Zedernöl
und wie wirkt es auf Sie?
Ich bin schon so viele Jahre alt und
es kommt auf mich so viel Arbeit zu, dass wenn ich es
nicht benutzt hätte, wäre ich, wahrscheinlich,
nicht mehr arbeitsfähig, infolge der Lebensweise,
die ich vor Anastasia führte, ja auch jetzt habe
ich die Lebensweise nicht ganz berichtigt. Ich muss
einfach so oft Städte besuchen, die viele wunderschön
nennen - Berlin, Moskau, Sankt-Petersburg usw. Abgase,
das Fehlen an normaler Nahrung. Und natürlich kann
ich nicht in eine Dienstreise Nahrungsmittel mit sich
herumschleppen, sonst muss ich viel mitnehmen. Deswegen
muss ich oft die Nahrungsmittel essen, die alle essen,
doch ich mag es nicht. Wenn ich nach Hause zurückkehre,
nehme ich von Zeit zu Zeit zu mir nur Zedernöl,
Blütenpollen, Honig und Milch. Aber nicht jene
Honig und Milch, die man im Laden verkauft, sondern
die natürlichen. Nun, wenn man sich von Zeit zu
Zeit so ernährt, hilft es die Kräfte wiederherzustellen.
Und welche Methode
des Ölgebrauchs ist Ihrer Meinung nach die effektivste?
Wir leben in solch einer Zeit, wo unsere
Supermärkte nicht imstande sind, einem Menschen
Nahrung anzubieten, die alles Notwendige für den
Menschen enthält. Selbst wenn jene das auch gewähren
können, so muss man dann von dieser Nahrung sehr
viel zu sich nehmen und verdauen, um irgendein Gramm
eines nötigen Stoffes zu bekommen. Und das Öl
enthält alle Stoffe von dem Periodensystem der
Elemente. Und selbst wenn man davon eine kleine Menge
zu sich nimmt, sagen wir mal, pro Tag 1-2 Teelöffel,
der wünschenswert aus Holz gefertigt ist, kann
man dem Organismus das Fehlende geben. Und noch, es
existieren sehr viele Arzneien, die von Menschen erfunden
sind, es gibt sehr viele heilsame Tinkturen, die von
den ziemlich bekannten Heilern hergestellt wurden. Ein
Mensch, zum Beispiel, stellt eine Zusammensetzung aus
30 Kräutern her. Tatsächlich ist es sogar
theoretisch wahnsinnig schwer zu machen, weil man wissen
muss, wann dieses Kraut gepflückt werden soll,
wie es zu verarbeiten ist, man muss wissen, im welchen
Verhältnis diese Zusammensetzung gemacht werden
soll, das heißt, die Wahrscheinlichkeit eines
Fehlers ist sehr sehr groß. Und das Zedernöl
ist dieselbe heilsame Zusammensetzung, die aber von
der Natur geschaffen ist, die Gott selbst herstellte.
Es enthält ja alle Stoffe, die in den Pflanzen
gibt, und jedes Jahr ist es unterschiedlich. Jedes Jahr
kommen verschiedene Nüsse heraus. Die Natur adaptiert
sich irgendwie. Was das Öl betrifft, so reagieren
die Tiere darauf sehr gut. Ein Zobelweibchen wird niemals
einen Zobel heranlassen, um gedeckt zu werden und um
ein Junges zu gebären, wenn es auf die Zedernuss
eine Missernte gab, weil sie gewohnt sind und wissen,
was sich in der Nuss befindet. Die Wirkung des Zedernöls
kann man in der Praktik auf eine ganz einfache und schnelle
Weise testen. Wenn Sie ein Bad nehmen, können Sie
in die Badewanne zwei Löffel eines beliebigen Öls
geben. Nach dem Bad wird der Körper rutschig und
nach dem Öl riechen, das hinzugefügt wurde.
Danach muss man sich noch waschen, damit die unangenehme
Empfindung vergeht. Und wenn man zwei Löffel Zedernöl
zugibt, was besonders nötig für die Menschen
mit trockener Haut ist, und in der Badewanne 15 Minuten
liegt, verlässt man das Bad als ob junger geworden,
wenn es Kratzwunden gibt, heilen sie zu. Man kann sich
dann auch nicht abtrocknen, und die Haut ist nicht rutschig,
sondern einfach samtweich. Und diese einzigartige Eigenschaft
des Öls, berücksichtigt man dessen Zusammensetzung,
hat einen kolossalen Effekt. Offensichtlich erhält
die Haut sofort über die Poren alle Nährstoffe.
Da, zum Beispiel, es gibt eine Erkrankung, bei der die
Haut der Füße sehr trocken ist und Risse
bekommt. Wenn man innerhalb von drei Tagen drei Wännchen
mit Zedernöl macht, vorher die Füße
aber waschen und mit einem Bimsstein reinigen, sind
die Füße dann fast wie bei einem Baby. Nun,
wenn auch nicht wie bei einem Baby, so werden sie mit
jedem Tag immer besser und alles vergeht. Und keine
Arzneien bringen ein besseres Ergebnis. Natürlich
heilt das Zedernöl alle Magenwunden, wenn es solche
gibt. Dessen Einzigartigkeit ist, dass es selektiv wirkt.
Hat der Organismus gar keine Erkrankung, nährt
es Organismus einfach, verstärkt die Immunität.
Wenn es eine Erkrankung gibt, so lenkt das Blut alle
Heilstoffe an die Stelle zum Kampf mit dieser Erkrankung,
und sie wird besiegt. Die Wissenschaftler des Tomsk
Universität kamen zu dem Schluss, dass das Zedernöl
die Strahlenkrankheit heilt. Während des Experimentes
mit Tschernobyler in Tomsk wütete die Grippe, die
war so stark, dass die Schulen geschlossen wurden. In
der Klinik, wo die Untersuchungen durchgeführt
wurden, waren auch viele an Grippe erkrankt, aber keiner
von denen, die das Öl zu sich nahmen, erkrankte.
Mehrere Jahre hat
Ihre Bücher Verlag Wega herausgegeben, warum haben
Sie sich entschlossen, den Verlag zu wechseln und wie
ist jetzt Ihre Beziehung zu ihm?
Jeder Autor möchte, dass ein Verlag
fachgerecht sein Buch herausbringt, in diesem Fall gab
es viele Beschwerden über Verlag Wega, sowohl über
die Ausgabe selbst, als auch über den Preis für
die Bücher. Deswegen kann ich künftighin als
Autor dergleichen nicht zulassen, mit anderen Worten,
Verlag Wega kam nicht zurecht mit der qualitativen Buchausgabe.
Zudem hat sich bei dem Verlag so viel ich weiß
die Art der Tätigkeit geändert, sie betreiben
jetzt verstärkt den Handel mit Zedernprodukten
usw. Das heißt, sie benutzen meine Bücher
als Werbung, obwohl ich nicht weiß, woher sie
die Produkte nehmen, und deswegen kann ich keine Verantwortung
übernehmen für die Qualität der Erzeugnisse,
die sie verkaufen. Alle Originalerzeugnisse werden mit
dem Zeichen "Die klingenden Zedern Russlands"
hergestellt.
Ich betreibe keinen Handel und möchte nicht, dass
jemand im Namen meiner Bücher dies tut. Würde
der Verlag meinem und dem Leserwunsch entsprechen, wäre
ich interessiert, dass er auch weiter meine Bücher
verlegt, weil das aber nicht passierte, löse ich
alle Beziehungen zu diesem Verlag auf.
Eine Frage zu den
Landsitzen. Bis zur ersten Ernte hat man 3-5 Jahre Zeit
nötig, bis die Zedern groß sind und eine
Ernte bringen, muss man 20 Jahre warten usw. Wie können
Menschen diese Jahre überleben, bevor sie von ihrem
Hektar ein Einkommen haben?
Mir scheint, es gibt keine besondere
Probleme, weil ein Mensch kann so arbeiten, wie er auch
gearbeitet hat, doch plus zu dem kann er irgendwo sein
eigenes Hektar haben, das er für die Zukunft bearbeiten
wird. Einen Garten dort anlegen, eine Planung machen,
den Boden vorbereiten. Und wenn er schon dafür
5 Jahre aufwendet, ist ja nichts Schlimmes; ist es etwa
besser, wenn ein Mensch jetzt arbeitet und gar keine
Perspektiven hat, oder er wird genauso arbeiten und
eine Perspektive haben, dass er in 5 Jahren sein eigenes
wunderschönes Land sowohl mit einem Garten, als
auch mit kleinem Wald hat, auch wenn es dort kein Haus
gibt, ist auch nicht schlimm. Ein Haus kann man schnell
bauen.
Mit anderen Worten,
Sie schlagen vor einen fließenden Übergang
aus einer Stadt in den Landsitz. Der Mensch arbeitet
in einer Stadt und nimmt das Land im Umkreis von 30-50
Kilometer, er arbeitet weiter in der Stadt und baut
gleichzeitig einen Landsitz.
Ja, genau so, ich würde jedoch
nicht sagen "einen Landsitz aufbauen", sondern
den Landsitz vorbereiten, den Raum, den Boden vorbereiten.
Weil ein Haus kann man in einem halben Jahr bauen. Und
wie man richtig sagt, um einen Garten anzubauen, reichen
auch zwei Jahre nicht. Deshalb ja kann man das Land
nehmen und vorbereiten.
Welche Perspektiven
haben Ihrer Ansicht nach die Familienlandsitze hier
in Deutschland? Vielleicht haben Sie schon in Bezug
darauf einige hochgestellten Beamten begegnet oder Umgang
mit ihnen gehabt?
Nein, mit Beamten hier in Deutschland
hatte ich keinen Umgang, und mir scheint, dass es die
Sache jener Menschen ist, die in Deutschland leben,
die Beamtensprache und deutsche Gesetze kennen. Es gibt
nichts Unmögliches auf der Welt und die Menschen
erfinden auch die Gesetze und diese werden auch von
den Menschen umgeändert. Es gibt die Idee, und
wenn sie einem Großteil der Menschen nahe liegt
und verständlich ist, so wird sie durch diese Menschen
in jedem beliebigen Staat, darunter auch in Deutschland,
die Gesetze ändern. Und es werden optimale Varianten
gefunden. Jetzt ist es wichtig, dass diese Idee so viele
wie möglich Menschen begreifen. Weiter wird sich
alles klären.
Könnten Sie
ein Paar Ratschläge den Kleingärtner geben,
wie man die Obstbäume behandelt, soll man sie beschneiden
oder nicht usw.
Das erste, was machen soll, ist, die
zu beobachten, was dieser Baum oder Strauch mag, man
muss auch berücksichtigen, in welcher Gegend es
wächst; wenn das eine Gegend mit wenigen Niederschlägen
ist, so sollte man nicht danach streben, die Bäume
zu gießen, sonst kann man sie ans Gießen
gewöhnen und sie können dann ohne Gießen
nicht mehr leben, die Wurzel dieses Baumes werden sich
an der Oberfläche ausdehnen. Selbst in einer trockenen
Gegend, wenn man einen Baum richtig schult, wird er
auch eine Dürre aushalten, er schlägt seine
Wurzel von Anfang an in die Bodentiefe, um das Wasser
zu holen. Man muss also zuerst beobachten, was sich
dieser Baum wünscht. Ein wenig kann man die Bäume
beschneiden, doch die Bäume, zum Beispiel Apfelbaum,
haben solche Eigenschaft - wenn er überflüssige
Äste hat, wirft er sie selbst ab. Man soll es der
Natur überlassen, diese Prozesse selbst zu regulieren.
Man kann zum Beispiel den Wein vergleichen von einer
Weinrebe, die man pflegt, düngt, strebt nach einer
möglichst größeren Ernte, mit dem Wein
einer Weinrebe, die unter natürlicheren Bedingungen
wächst. Das ist ja die Antwort auf Ihre Frage.
Was meinen Sie,
warum lernen viele Kinder schlecht in der Schule, nehmen
sie vielleicht in ihrem Unterbewusstsein irgendwie kein
künstliches Wissen wahr?
Jeder Mensch, auch ein Kind, hat einen
Schutzmechanismus. Und natürlich, das, was in der
heutigen Schulen geschieht, ist nichts anderes, als
eine Unterdrückung des Kindes. Wenn man die Kinder
fragt: "Möchtest du zur Schule gehen?",
so denke ich, dass 90 % antworten würden: "Nein,
das möchte ich nicht." Und warum will das
Kind nicht in eine Schule gehen, warum zwingen wir unseres
Kind das zu tun, was ihm unangenehm ist, das ist doch
jeden Tag. Somit geben wir dem Kind negative Emotionen,
und alle wissen, besonders die moderne Medizin und die
Wissenschaft, dass die negativen Emotionen einen Menschen
krank machen. Sein Immunsystem wird geschwächt,
nichtsdestoweniger vergewaltigen wir das Kind und zwingen
es, in die Schule zu gehen. Und dass die Kinder manche
Information nicht wahrnehmen, ja Gott sei Dank, dass
sie das machen. Wenigstens funktioniert ein Schutzmechanismus
gegen den Quatsch, den man ihnen in der Schule einhämmert.
Können Sie
noch über die Naturlaute und ihre Bedeutung erzählen?
Es gibt Information der künstlichen,
technokratischen Welt, sie wird durch Laute, Lärm
übertragen. Stadt-, Straßenlärm und
die menschliche Sprache, Radio - sind auch Laute, doch
es sind Laute der technokratischen Welt, sie tragen
in meisten Fällen negative Information und werden
von unserem Gehirn wahrgenommen. Es gibt auch Laute
der Naturwelt, man sagt uns: Hört die Laute des
Kosmos an. Ist denn das Singen der Vögel kein Kosmoslaut,
das Rauschen des Blattwerks auf den Bäumen - das
ist auch Laute des Kosmos und diese Laute sind zu uns
durch Millionen Jahren gegangen und enthalten einen
kolossalen Umfang der Information, das ist ein solch
kolossaler Umfang, den man unmöglich mit dem Gehirn,
mit der Vernunft wahrnehmen kann. Das kann man nur mit
den Gefühlen wahrnehmen. Die Gefühle sind
Konzentration in einem Punkt eines riesigen Umfangs
der Information, mit anderen Worten, wenn ein Mensch
eine Blüte anschaut, denkt er nicht, wie schön
die Blütenblätter sind, wie sie oval, gelb
sind usw. All dieser riesigen Informationsumfang ist
bei ihm nur in einem konzentriert - im Gefühl der
wunderschönen Blüten. Genauso ist es, wenn
man dem Vögelsingen, dem Windrausch, dem Naturduft
zuhört. Doch für viele Menschen ist das unmöglich,
weil es sehr wenige reine Naturlaute ohne Beimischung
der technokratischen Welt gibt. Ungefähr solche
Laute können wir im Wald hören, nicht in jenem
Wald, der mehr an ein Park oder eine Grünanlage
ähneln, sondern in einem Wald, der ohne Einmischung
eines Menschen lebt. Und diese Laute geben dem Menschen
sehr viel, er trägt große Kenntnisse davon,
die sich dann ihm allmählich öffnen. Und ich
denke, es ist notwendig, von Zeit zu Zeit die Kinder
in solche Plätze zu führen, wenigstens ein
Mal im Monat, und dem Kind zu ermöglichen, dort
einige Zeit allein zu sein. Es kann sich von etwas hinreißen
lassen, von einem Käferchen oder von etwas anderem,
man soll es nicht ablenken, weil wenn wir zu zweit in
einem Urwald sind, werden wir trotzdem einander ablenken,
einige Laute werden wir nicht mehr hören, und man
soll eben allein eine Weile bleiben.
Also vom Kind fünf oder zehn
Schritte weggehen, um es nicht zu stören.
Ja, wenn es sich an etwas interessiert,
mag das eine kleine Zeitspanne sein, doch selbst in
dieser kleinen Zeitspanne kann es soviel Luft schlucken,
ich meine Information, dass sie sich dann bei ihm im
Laufe von zwei Jahren öffnet.
Es ergibt sich also,
dass die Naturlaute starke Bilder tragen, die für
Menschen Gott erschuf?
Natürlich, der Mensch nimmt diese
Bilder gleichzeitig mit allen Gefühlsorganen wahr.
Zum Beispiel, Sie befinden sich in einem Wald, dort
ist Laut vorhanden, Duft ist vorhanden, Sie sehen verschiedene
Formen der Pflanzen. Da ist ein ganzer Komplex anwesen,
es ist ein reines Bild und dieses Bild trägt positive
Information, nur die positive. Aber ich wiederhole,
dass auf der Erde leider nicht viele solche Plätze
gibt, wo es möglich ist, diese Information zu schöpfen,
doch es gibt sie noch. Niemand kann ja die Frage beantworten,
warum die meisten Denker in die Wälder gingen,
wir nennen sie Einsiedler, aber für jene Menschen
sind wir Einsiedler, weil wir von der Information abgeschnitten
sind, wir sitzen in einem Zimmer und verbrauchen lauter
künstliche Information. Da haben wir die Antwort.
Man kann zum Beispiel Kelten nehmen, die Römer
waren entzückt von ihnen, bei den Kelten galten
Druiden als weiseste Lehrer, und wenn von ihnen ihre
Feinde sprechen, bedeutet das sehr viel, und die Römer
waren ihre Feinde, und doch sagten sie, dass die Kelten
mit einem Bein fest in der materiellen Welt stehen,
und mit dem anderen - in der geistigen Welt. Die Kelten
hatten ihrerseits eigene Lehrlinge und die Ausbildung
fand im Wald statt und die Druiden lebten auch im Wald.
Und dann noch diese erstaunliche Schrift der Druiden.
Sie gaben ihr Wissen an Eingeweihte mit Hilfe von den
Baumblätter weiter, es war eine lange Gebäude,
wir nennen das "Scheune", da waren lange Stricke
aufgehängt, darauf reite man Blätter auf,
und der Lehrling ging und las diese Blätter, da
waren keine Buchstaben geschrieben, aber jedes Blatt
hat doch eine eigene Bezeichnung, also den Anfangsbuchstaben,
und der ging und las. Sie gaben dem eine große
Bedeutung zu, weil selbst ein Buchstabe ein eigenes
Bild hatte.
Nach dem Erscheinen
des sechsten, siebten Buches in Russland äußerte
sich bei den Lesern Interesse für Heidentum. Können
Sie darüber mehr erzählen?
Meiner Meinung nach kann man das Heidentum
über Bräuche studieren. Ich beabsichtige zusammen
mit Anastasia, wenn ich Zeit habe, ein Ritusbuch herauszubringen.
Sie hat nun einige Sprüche und einige Bräuche
erzählt, darunter auch den Hochzeitsbrauch, und
wenn man das wieder liest, sieht man, dass es eine große
Kultur, großes Wissensniveau war, ich möchte
aber die Angaben von jenen Festen sammeln, die bis an
unsere Zeit gekommen sind: Die Fastnachtswoche (russ.
masleniza: auch Fasching, Butterwoche - Anm. d. Ü.),
Neues Jahr und andere Feiertage, sie sind in einer sehr
kurzen Form an uns gelangt. Nehmen wir dieselbe Fastnachtswoche
- das ist ein außergewöhnlich lustiges Fest
- ein Erlebnis. An diesem Feiertag hat die Frau ein
Gewand gezeigt, sie schmückte ihren Mann mit einem
Hemd, das sie selbst geschnitten, gestickt, genäht
hatte. Das war ein Wettbewerb, wo die Menschen nicht
nur ihre Meisterschaft in Kleidung zeigten, sondern
auch eine Art von Gewandtheit sowohl physisch als auch
geistig, das war ein Kochkunst-, poetischer Wettbewerb.
Oder zum Beispiel Koljadki (russ., so etwa wie Weihnachtslieder),
wenn die Kinder durch die Häuser gingen und für
jeden Menschen über ihn persönlich Gedichte
verfassten, die Kinder haben das gemacht! Und dieser
Mensch, wenn ihm etwas gefallen hat, bedankte sich bei
den Kindern: Schenkte ihnen etwas zur Erinnerung. Die
Bedeutung dieses Festes liegt auch im Erkenntnisaspekt,
das ist schwerlich zu bagatellisieren und es ist mit
nichts zu vergleichen. Es stellt sich also heraus, dass
alle Wettbewerbe, die heute existieren, kommen von diesem
Fest. Dieser Feiertag ist wie Stammvater dieser Wettbewerbe,
und es gab noch viel Erstaunliches und Entzückendes
bei dieser Kultur.
Und zum Schluss,
was wünschen Sie den Menschen, die unsere Internetseite,
die Anastasia gewidmet ist, besuchen.
Erstens, ich möchte gleich all
diejenige, die diese Seite besuchen werden, beglückwünschen,
ich wünsche den Administratoren dieser Seite schöpferische
Erfolge. Ich denke, diese Seite hat eine große
Zukunft in Deutschland. Nach dem zu beurteilen, was
in Russland stattgefunden hat, ist diese Seite eine
der zum ähnlichen Thema am meisten besuchte. Ich
denke, dasselbe wird auch in Deutschland geschehen und
auf dieser Seite werden sehr viele weise Gedanken, konkrete
Vorschläge erscheinen, was und wie man's macht.
Ich denke, dass die Menschen werden sich kennenlernen.
Ich wünsche euch alles Gute.
Übersetzt von Josef Heidt
|
"Die Russen leben immer
im kommenden Tag..."
Michail Schetinin - Leiter der Russischen Stammschule
- Akademiker RAO
- Michail Petrovitsch,
wir sind zum ersten Mal in Ihrem Zentrum der komplexen
Persönlichkeitsgestaltung von Kindern und Jugendlichen
im Dorf Tekos, Region Krasnodar, das man kürzer
und genauer noch Stammschule nennt. Das, was wir gesehen
haben, ehrlich gesagt, überrascht. Ihre Stammschule
ist ein Entwicklungsweg der Vaterländischen Bildung
und Erziehung im 21. Jahrhundert.
- Ungeachtet dessen, dass wir offiziell das Schulmodell
der Zukunft ausarbeiten, wäre ich doch bescheidener
in der Behauptung, dass wir den Menschen des 21. Jahrhunderts
vorbereiten. Es ist zu schwerwiegend, so zu sprechen.
Und die Zukunft lockt immer jeden beliebigen Lehrer,
um so mehr, wenn er ein russischer Mensch ist. Die Russen
lebten immer im Morgen.
- Der heutige Tag für uns - das ist gestern, und
der morgige Tag ist, umgekehrt, die heutige Realität.
Anders ausgedrückt, das russische Volk ist ein
Volk, das immer in Bewegung bleibt. Genau deshalb wird
Russland stets von denjenigen nicht durchschaut, wer
es zu begreifen versucht: Während man uns im Heute
begreift, leben wir schon im Morgen. Der russische Mensch
lebt nicht nur "hier" und "jetzt",
sondern auch noch "überall" und "immer".
Als ob wir aus dem Morgen, daraus, was sich in einer
Perspektive entfernt, ins Heute sehen und hier, jetzt
arbeiten. Da entsteht nun die "Ewigkeit" -
du siehst Bewegung in der Ewigkeit und, davon ausgehend,
arbeitest hier. Wir beginnen doch nicht das Leben, wir
sind Teilnehmer eines Prozesses, das nicht von uns angefangen
wurde. Und wenn wir irgendetwas zu verändern beginnen,
dann müssen wir uns an ein berühmtes Sprichwort
erinnern: "Miss hundert mal, schneide einmal ab."
Ich würde auch eine größere Zahl nennen
- tausend mal muss man messen, bevor man abschneidet.
Drang nach Ewigkeit erfüllt die Welt. Russland
ist das Dienen an Ewigkeit. Wir werden niemals Raffer
sein, solange wir Russen sind. Indem wir abgeben, werden
wir reich, und, nur dienend, können wir leben.
Deshalb besteht unsere Aufgabe nicht darin, die Vergangenheit
zu ändern, zu verneinen, sondern sie zu ergänzen.
Überhaupt scheint es mir, dass berühmtes Gesetz
"Verneinung des Verneinens" in der russischen
Philosophie anders lautet - das Gesetz "Ergänzung
des Ergänzens." Das heißt, wenn du in
Bewegung lebst, ergänzest du dieses Prozess, und
nicht verneinst - du dienst der Zukunft und verwirklichst
damit deine Pflicht. Ich spreche nicht zufällig
von Russland, vom russischen Volk. Wir denken hier sehr
viel über Russland, über dessen Vergangenheit,
sehen genau hin, was auf dem Papier geschrieben steht,
und darauf, was in unseren Genen geschrieben steht.
Es stellt sich heraus, dass auch die Genen sprechen
können, wenn man sich an sie wendet. Es gibt solches
Gefühl, dass jeder Mensch persöhnlich alles
erlebt hat, und dann ist jeder Mensch nicht eine einzelne
menschliche Einheit, sondern ein Mensch des Familienstammes.
Und wenn es kein solches erfülltes Gefühl
gibt, dann bin ich ein Mensch irgendeines Stammgliedes
oder mehrerer Glieder. Jeder Mensch ist also nicht einfach
ein 18-Jähriger, 30-Jähriger oder 54-Jähriger,
sondern "Ich bin der ganze Stamm", und dann
trage Ich in mir eine Persönlichkeit.
- Scheint es Ihnen, dass ein russischer
Mensch dann wirklich Russe wird, wenn er sich als Kämpfer
mit dem Weltböse bewusst ist?
- Russland kämpft nicht gegen
das Weltböse. Es dient der Reinen Kraft, und es
ist selbst die Reine Kraft. Eine Festigung der Reinen
Kraft ist unmöglich unter den Bedingungen, wenn
du gegen irgendwelches Böses ein Krieg führst.
Das Prinzip der Karawane gefehlt mir sehr - die Hunde
bellen, und die Karawane läuft. Ich selbst habe
so mein Leben aufgebaut. Und wenn ich auf jedes Gebell
geantwortet hätte, würde ich mich verirren
und den Sinn der eigenen Bewegung verlieren. Deswegen
müssen wir den eigenen Weg der Reinen Kraft gehen,
dann bleibt an uns keine böse Kraft kleben. Deswegen
muss man es schaffen, das Leben auf russisch, nach eigener
Art zu verleben, und keine Feinde, kein Übel suchen,
um damit zu kämpfen. Man muss eigenes aufbauen.
Und indem wir die Reine Kraft festigen, bekämpfen
wir auch das Böse selbst. Ich verhalte mich sehr
ernst gegenüber der russischen Frage, weil es mein
Volk ist, das ist meine Heimat. Bei uns im Zentrum gibt
es Menschen verschiedener Nationalitäten, doch
wir alle bauen Russland auf. Vor kurzem habe ich ein
Brief eines 13-Järigen Mädchen aus Baschkirien
gelesen. Und sie schreibt von Russland - wie wichtig
es ist, unseres Russland zu bewahren. Wie viel Liebe
legt sie diesem Begriff bei! Wie ich das sehe, Russland
ist der Hüter des Ursprungs. Wir sind später
als alle andere in die westliche Welt gegangen, wo der
Privatmensch alles überwiegt, und wo am wichtigsten
materielle Werte sind. Wir kannten niemals geistiges
Sklaventum und haben das Ursprüngliche aufbewahrt.
Wobei in das Wort "wir" bringe ich nicht nur
Menschen, die jetzt leben, sondern auch unsere Urahnen,
die sich in unseren Genen offenbaren und im ganzen russischen
Raum - in den Feldern, im Grund, in den Flüssen
zerstreut sind. Nicht umsonst sagt man ja das -"Don-Väterchen",
"Erde-Mütterchen." Und unsere Vorfahren
fragten die Steppe um Erlaubnis, bevor sie ein Gräschen
zur Behandlung der Kranken mitnahmen. Für uns ist
alles lebendig.
- Welches Prinzip hat die Grundlage
Ihrer Lehrtätigkeit?
- Ein inniges Gefühl der Achtung
vor demjenigen, mit dem man arbeitet. Bei uns in der
Schule gibt es 300 Menschen, wenn wir jetzt hin gehen
und schauen - sie beschäftigen sich alle, und dabei
steht niemand über sie, niemand zwingt sie ständig
etwas zu lernen. Außer dem Gewissen. Niemand von
ihnen lernt ja für sich selbst. Das Motiv ihrer
Tätigkeit ist einzig - ich lerne nicht für
mich, aber für meinen Familienstamm, und dadurch
für mein Volk. Und durch mein Volk diene ich den
Menschen anderer Völker, dadurch nun - der ganzen
Weltgebäude, vom Vögelchen bis zur Galaktik.
Also das Wichtigste ist das Sichrichten nach dem anderen.
- Michail Petrowitsch, unter welchen
Menschen wählen Sie Ihre Schüler aus?
- Ja unter denjenigen, wer zu uns kommt.
Wir sind in einer sehr schweren Lage in diesem Sinn:
Im vorigen Jahr hatten wir mehr als dreitausend Bewerbungen
auf einen Platz, aus ganz Russland. Wir aber können
nur 300 Menschen erhalten.
- Sprechen Sie persönlich mit
denjenigen, die zu Ihnen kommen?
- Immer nur persönlich - zuerst
ich, dann alle Kinder zusammen. Zunächst ist es
ein allgemeiner Gespräch über den Lebenssinn,
zusammen kommen wir zu dem Gedanken, dass der Sinn des
Lebens im Dienst an eigenem Familienstamm und eigenem
Volk besteht. Nach dem Gespräch beraten wir uns
- nun, wie, wohin? In jedem Fall registrieren wir ihn.
Und weiter je nach Umständen. Haben wir einen Platz
frei, laden wir ihn zur Sommerprüfung, eben im
Sommer, um ihn nicht loszureißen vom Unterricht
in der Schule, wo er lernt.
- Und was für
Prüfungen sind es?
- Auf Leben. Im Sommer haben wir eine
Baustelle, das Leben ist sehr abwechslungsreich, und
man sieht sehr gut jeden Neuling. In den ersten Tagen
strengen sie sich in der Regel an und zeigen sich nicht,
dann aber beginnen sie, sich immer mutiger und mutiger
zu zeigen, und wir sehen den Menschen. Fühlt er
sich bei uns wohl, dann heißt es, dass alles in
Ordnung ist. Deswegen kann man ruhig sagen: "Gefällt
es dir hier? - Ja, es gefällt mir sehr gut."
Das war's - er ist unser Mensch.
- Und dann beginnen Sie, die Kinder
zu lehren...
- Niemand lehrt sie. Übrigens,
nach meiner Vorstellung, - einem modernen Lehrer wird
sie vielleicht lächerlich erscheinen, - es ist
überhaupt nicht nötig, die Kinder zu lehren.
Sagt man doch: "Lehre mich nicht leben. "Niemand
lehrt das Weizenkorn, wie man die Ähre aufbaut,
sind wir Menschen etwa unvollkommenere Grundsätze,
als der Weizensame? Niemand bringt es dem kleinen Käferchen
bei, da gibt's kein Lehrprozess, keinen Lehrstuhlleiter,
keinen Direktor, kein Bildungsministerium, man schafft
keine Verläge, keine Lehrbücher. Ja was gibt's
denn dort? Ja dort gibt es eben dieses Stammgedächtnis.
Nach meiner Vorstellung ist in unserem Stammgedächtnis
die ganze Information vom ganzen Kosmos niedergeschrieben,
bei dem wir seit alters her eingetragen sind, und jetzt
haben wir Erinnerung davon, vom dessen Aufbau, von Bewegungsgesetzen
darin, aber auch davon, wie man in diesem System zu
leben hat. Deswegen muss die ganze Erkenntnistätigkeit
auf solche Weise organisiert sein, sodass ein Kind sich
nicht auf Leben vorbereitet, sondern lebt. Die Lungen
bereiten sich nicht auf Atmen vor, sie atmen. Die Kinder
müssen sich nicht auf Leben vorbereiten, sie müssen
hier und jetzt leben, das Stammgedächtnis hat die
qualitativste Information über verschiedene Lebensweisen
in dieser unermesslichen Welt. Das einzigste, wo wir
einem Kind helfen können, ist deshalb - wir helfen
ihm, sich selbst zu realisieren, mit all seiner Unermesslichkeit,
in dieser fließenden Zeit, Sprache und Mitteln
zu finden, wie man diese Unermesslichkeit, das eigene
Kosmische heute an den Tag legt, wie in der Ewigkeit.
- Was hilft dem Kind am meisten, die
eigene Unermesslichkeit zu finden?
- Das wichtigste Fach hier bei uns
ist die Geschichte des Vaterlandes. Ich bin überzeugt,
dass man heute nicht von Gesundheit der Nation sprechen
kann, wenn das Hauptfach in der Schule nicht Geschichte
wird. Und noch - das Wort, das heißt russische
Sprache und Literatur. Die Geschichte und das Wort -
sie sind unteilbar.
- Was ist noch für die Persönlichkeitsentstehung
eines Kindes wichtig, außer Kenntnis der Geschichte
und des Wortes?
- Die Fähigkeit zu arbeiten. Wobei
äußerst wichtig ist "umsonst" zu
arbeiten. Auf keinen Fall für Geld. Die Kinder
müssen im System des Gutschaffens wachsen, sie
müssen abgeben - nicht erhalten, sondern abgeben.
Wir selbst bauen viel nicht deshalb, weil wir arm sind.
Ja, wir haben kein Geld, ja, wir brauchen Geld. Aber
wir bauen (haben Sie bemerkt, wie wir bauen?), und wir
bemühen uns, möglichst schöner zu bauen.
Das bauen Kinder: Sie sind bei uns sowohl Mauerer, als
auch Montagearbeiter, und Dachdecker. Sie machen die
ganze Arbeit. Nicht mit einer ausgestreckten Hand muss
das Kind stehen, im Gegenteil, es muss im Prozess des
Gebens sein, an denjenigen, wer bedürftig ist.
Wenn das Kind abgibt, dann wächst es. Denn sich
hingebend, findet man in sich alles.
- Wir haben bemerkt, dass die Kinder
in Ihrer Schule sich als Erwachsene empfinden, und nicht
als Lehrlinge...
- Wir haben keine Lehrlinge in reiner
Form. Jeder ist im etwas, irgendwo Lehrer oder Experte.
Wir sind eine staatliche Einrichtung und haben eine
staatliche Aufgabe - wir müssen ein Model der "Zukunftsschule"
für Russland ausarbeiten. Wer sind wir? Und wir
alle sind sowohl Lehrer, als auch Lehrlinge. Wir alle
sind Mitarbeiter. Wir haben ein richtiges Kollektiv
von Mitarbeitern. Mittleres Alter unseres Kollektivs
ist 14-16 Jahre, doch wir haben Lehrer, die 7-8 Jahre
alt sind, es gibt aber auch Lehrer, die 54 sind. Das
bin ich, der älteste. Bei uns sind alle in wissenschafts-produzierende
pädagogische Vereinigungen unterteilt. In jeder
gibt es Kinder von unterschiedlichen Alter. Jede Vereinigung
hat ihren eigenen Namen - "Sinegorje" (Blaugebirge),
"Belogorje" (Weißgebirge), "Ross"...
Wir haben auch Lyzeen. Wobei ein Leiter des Lyzeums
unser 16-Jähriger Mitarbeiter sein kann. Es geht
eine stetige Arbeit voran - heute bist du Lehrling,
studierst Chemie oder Physik, und morgen bist du Lehrer
- unterrichtest Geschichte oder Geografie. Dabei kann
ein Jüngere, der sich den Stoff angeeignet hat,
ihn den Älteren unterrichten. Und wir alle führen
bestimmte wissenschafts-pädagogische Aufgaben aus.
Ich werde gleich einen beliebigen Menschen hierher bitten
und fragen: Welches wissenschaftliches Thema hast du,
woran arbeitest du? Er wird sagen: Entweder Chemie,
oder Mathematik; schreibt er ein Lehrbuch, oder ein
Kapitel in diesem Lehrbuch. Sie schaffen reale Lehrmittel
und -bücher. Wir machen sie nicht als Lehrbücher
für ganz Russland, wir benutzen diese Lehrbücher
als Wachstumssystem der Kinder selbst, weil in künftigen
Schulen Russlands werden Studierende und Lehrer die
Lehrbücher selbst machen. Also sowohl die Lehrer
als auch die Schüler sind unsere Schule, und sie
alle sind Forscher. Einen besonderen Wert legen wir
auf die Volkschoreografie, auf den Volksgesang, auf
das Volkshandwerk und auf die russische Volkskampfkunst.
Die russische Kampfkunst baut nicht auf Aggression,
sondern auf Liebe - "suche keinen Feind, sondern
Reine Kraft." Die Russen haben fröhlich Krieg
geführt. In der russischen Kampfkunst gibt es keinen
Griff, dort gibt es Denken. Die Siegesdenkweise. Eine
große Bedeutung legen wir den Details bei. Sie
haben doch gesehen -jeder Ziegel innerhalb der Gebäuden
bei uns ist bemahlt. Das ist keine Verzierung, das ist
unsere reine russische Äußerung - alles über
alle Maßen schön zu machen, allem den höchsten
Sinn zu verleihen. Der Sinn des Lebens wird ja dann
zu Realität: Ich diene dem anderen, ich diene der
Wahrheit. Wissen Sie, die Schule soll doch nicht auf
"Sozialbestellung" arbeiten, sie hat für
die Wahrheit zu arbeiten. Sobald der Lehrer einem Regierungsklan
zu dienen angefangen hat, ist er zu einer Lehrkraft
geworden. Die Schule muss der Wahrheit dienen. Die Kinder
kommen hierher, um die Wahrheit zu finden, und sie findend,
festigen sie die weiter in jener Welt, die wir (vorläufig
bedingt) erwachsen nennen.
- Gibt es bei Ihnen Religionsunterricht?
- Unseres Zentrum ist eine staatliche,
weltliche Einrichtung, doch die orthodoxe Religion ist
die Wurzelbasis unseres Lehrprozesses. Wir Unterrichten
keine Religion, doch wir führen an Gott heran.
Bei uns lernen ja Kinder verschiedener Nationalitäten
und Glaubensbekenntnissen. Sehr wichtig ist es, sich
gegenüber dem Glauben wie gegenüber einem
intimen Ursprung zu verhalten, es ist doch ein sehr
zärtliches Gefühl. Und unsere Studenten-Architekturen
projektieren jetzt einen Tempel, den wir in Tekos errichten
möchten.
- Wie werden die Verhältnisse
zu Eltern aufgebaut?
- Ich hatte ein Gespräch. Man
hat einen Jungen mitgebracht und, um mich zu überzeugen,
dass man das Kind nehmen sollte, erzählt man in
Anwesenheit des Kindes über seine Eltern: Dass
sie Säufer seien, dass sie sich nicht um ihn kümmern,
dass sie zu Alkoholikern wurden. Und er, der Kleine,
schrumpfte zusammen, sträubte sich ganz. Und ich
denke, wie soll ich sie denn anhalten, um ihn selbst
zu verteidigen. Ich sage: "Ich kenne diese Eltern,
sie haben wunderbar in der Sowchose gearbeitet, sie
waren Spitzenarbeiter in ihrem Betrieb, sie waren gesichert,
und, an seine Zukunft denkend, waren sie ruhig, sie
bauten ein Haus. Doch eines Tages stürzte das alles
plötzlich ein, und sie konnten einfach nicht ihre
Liebe zu ihm mit den Realien in Verbindung bringen,
die sich heute geöffnet haben. Und sie hielten
es nicht aus, stürzten ab. Das ist doch eine Not,
das Elend..." Ich habe diese Situation ausgedacht,
genauer gesagt, modelliert... Und wissen Sie, er fasste
mich plötzlich an den Schultern, presste zusammen
und begann zu schluchzen. Nicht einfach weinte er, er
schluchzte, und er ist vielleicht 11 Jahre alt. Ein
Kind soll niemals über seine Eltern urteilen, weder
über Vater, noch über Mutter. Sie sind doch
in mir, sie sind doch meine Zellen, sie sind ja "Ich".
Wie kann die Eichel über den Baum urteilen, und
das Blatt über den Stamm, das ist doch absurd!
Es gibt keinen anderen Weg, selbst einen rein biologischen,
außer den einen - eigene Eltern nur zu lieben.
Und ihre Fehler - das sind meine Fehler, ihr Krieg -
das ist mein Krieg. Deshalb verfolgt der Begriff "Stammschule"
ein einziges einfaches Ziel: Gelingt es uns nur, Kinder
und Eltern mit Liebe und Treue zu verbinden, dann haben
wir also einen gesunden Menschen aufgezogen. Wir haben
einen wunderbaren Born -n das Gedächtnis aller
vorangehenden Generationen, deswegen ist ein liebevoller
Umgang mit eigenen Wurzeln eine Anschlussmöglichkeit
an diese Schatzkammer. Und dann wer weiß woher
erscheint der Gedanke - ich bin nicht einfach ein einsamer
Mensch, ich bin ein Stammwesen. Ich habe Ehre, meine
Familie, meinen Vater, meine Mutter, meine Opas und
Omas, meine Urahnen vorzustellen. Sodann bin ich ein
normaler Mensch.
- Bezahlen die Eltern etwas für
das Lernen der Kinder in Ihrer Schule?
- Die Kost bei uns ist frei, der Unterricht
und die Verpflegung sind kostenlos. Es gibt solches
grobes Wort, ich werd es aber sagen: Verrecken. Ich
werde verrecken, nehme aber niemals eine Kopeke von
einem Kind, weil wenn ich Geld von ihm nehmen würde,
ist es vorbei - als Lehrer bin ich am Ende.
- Wie ist Ihr Abiturient?
- Die Jungen absolvieren bei uns nicht
einfach den Lehrgang einer Mittelschule. Eben hier studieren
sie in der Hochschule, wobei sie gleichzeitig in zwei-drei
Hochschulen, in verschiedenen Fakultäten studieren.
Und mit 17 kann ein Junge oder ein Mädchen schon
zwei Hochschulbildungen haben, ein Lyzeum leiten, Verfasser
der Lehrbücher sein. Das ist aber nicht das Wichtigste.
Unser Absolvent weißt, wem er dient: Er dient
Russland. Und er kennt die Schwierigkeiten des Lebens,
er verarbeitet sie gedanklich, mehr noch, er baut das
Leben jetzt, er tastet das mit Händen ab: Und Geld
kann er zählen, und bauen kann er, und wenn es
nötig ist, sich selbst zu verteidigen - auch das
kann er; er ist ein freier, starker, kräftiger
Mensch. Wir bauen doch ein reales Haus, und unsere Abiturienten
stehen fest auf dem Boden. Sehr große Bedeutung
legen wir dem Menschen als einem universalen Wesen bei.
Ein Mensch-Fach - das ist nicht normal. Unsere Aufgabe
in diesem Zusammenhang ist einzig: Alles Mögliche
zu tun, sodass er eine beliebige soziale Rolle erfüllen
kann. Von einem Präsidenten bis zu einer guten
Köchin. Wir möchten, dass er alles fachgerecht
macht, was er auch immer tut. Da macht er sich ans Fußbodenscheuern,
das muss für ihn als wichtigste Tat in seinem Leben
sein. Muss er Kartoffel schälen - schält er
wie kein anderer. Und so in allem. Ich öffne noch
eins unserer Prinzipien. Nun werde ich jetzt über
Korridor gehen, und Sie werden hören: "Grüß
dich, der Große." Weil alle Mensche groß
sind. Sie, als Vertreter Ihres Familienstammes, können
nicht klein sein. Doch wir alle sind ja Kinder - bis
zum letzten Atemzug. Obwohl, aufwachsend, für alle
Fälle, damit man von uns nicht schlecht spricht,
beginnen wir uns selbst zu erniedrigen, in irgendein
schmales und niedriges soziales Rähmchen hineinzupressen.
Das soll man nicht tun. Verstehen Sie: Jeder Mensch,
und um so mehr ein Kind, braucht dennoch eine Höhe.
Deswegen erheben wir immer das Kind und immer, wenn
wir einander begegnen, sagen wir ihm: "Grüß
dich, der
Große!"
Es sprachen Sergej Perewesenzew und Marina
Ganitschewa
Übersetzt von Josef Heidt
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